Ehrenabend der Wehren

 

Mit diesen Problemen haben Einsatzkräfte zu kämpfen

Beim Ehrenabend der Feuerwehr wurden am vergangenen Samstag im Kurhaus verdiente Feuerwehrleute geehrt. Doch auch ein gesellschaftliches Problem kam zur Sprache.

Taunus ZeitungBad Homburg. Für ihre Mitbürger sind die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen an 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche da. Da ist es nur gerechtfertigt, Magistrat und der Stadtkreisfeuerwehrverband einmal im Jahr langjährige und verdiente Mitglieder ehren. Und so waren die Grußworte an diesem Abend ganz des Lobes für das gesellschaftliche Engagement, der rund 700 Mitglieder in den sechs Wehren.

„Sie sind das Rückgrat der zivilen Sicherheit“, stellte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Alfred Etzrodt (CDU) klar und überbrachte gleichzeitig den Dank der Stadtverordnetenversammlung. Selbige vom Magistrat hatte auch Bürgermeister und Stadtkämmerer Meinhard Matern (CDU) im Gepäck. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, dass man die Feuerwehrleute zeitnah mit einer Parkberechtigung für die öffentlichen Parkflächen in der Stadt unterstützen könne.

Doch auch ein eher unangenehmes Thema sprach Matern, der auch Feuerwehrdezernent ist, an: „Verbale Beschimpfungen und Gewalt gegen unsere Einsatzkräfte sind unter keinen Umständen zu akzeptieren.“ Man werde solche Fälle konsequent bekämpfen und verfolgen, versprach er. Dies betonte auch Branddirektor Daniel Guischard: „Jede Entgleisung wird mit den Instrumenten des Rechtsstaats verfolgt.“

Doch auch ein anderes gesellschaftliches Thema beschäftigte den Brandbekämpfer. „Das Anspruchsdenken der Menschen steigt stetig“, so Guischard. Feuerwehren würden regelmäßig als Dienstleister und nicht als Hilfsorganisation gesehen. „Hier brauchen wir eine gesellschaftliche Diskussion darüber, was ein Notfall ist und was nicht.“ Man nehme eine Veränderung in Wahrnehmung und Respekt wahr. Dieser Entwicklung müsse man Einhalt gebieten: „Als Demokraten, Zivilpersonen und Bürger“.

Eine Konstante

Mit Freude konnte Guischard dagegen berichten, dass verschiedene Projekte im vergangenen Jahr vorangetrieben oder zum Abschluss gebracht werden konnten. Exemplarisch nannte er die Erweiterung der Einsatzmittel für Einsätze mit ABC-Gefahren oder die Notstromausstattung, mit der die kritische Infrastruktur bis zum Jahresende besser abgesichert sein soll. Guischard: „Die Feuerwehr ist eine Konstante in unserer hektischen Zeit.“

Nach den umfangreichen Reden, schritt man zu den Ehrungen. Zunächst wurden mehrere Neumitglieder auf die Bühne geholt, die von Guischard vorgestellt wurden. Anschließend folgten zahlreiche Ehrungen (siehe Kasten). Eine besondere Ehre zu Teil wurde Uwe Bubser aus Dornholzhausen. Der 62 Jahre alte Hauptbrandmeister wurde mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande in einer Sonderstufe für eine 50-jährige aktive Mitgliedschaft bedacht. „So viele Jahre in den Diensten der Feuerwehr zu stehen, ist etwas Besonderes“, sagte Guischard. Das sahen offenbar auch die Feuerwehrkameraden so, die sich zur Verleihung des Ehrenzeichens von ihren Stühlen erhoben.

(saj)

Info: Langjährige Mitglieder gewürdigt

Die Verdienste zahlreicher Feuerwehrkameraden wurden beim Ehrenabend mit Auszeichnunge gewürdigt.

Mit der Florianmedaille der hessischen Jugendfeuerwehr in Silber wurden Andreas Kaiser, Simone Brückner und Alexander Winter bedacht.

Auch drei Musiker des Spielmannszuges wurdengeehrt. Ein Ehrenzeichen der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände in Bronze erhielt Wolfgang Gloede. Das silberne Ehrenzeichen für Hessische Feuerwehrmusiker wurde an Ute Gernet verliehen, die goldene Stufe an Inge Denfeld.

Die in zwei Stufen verliehene Ehrenmedaille des nassauischen Feuerwehrverbandes wurde gleich mehrfach verliehen. Maurice Jandausch, Nicolas Spahn, Julian Thimm, Florian Theiß, Rainer Pickert, Stefan Schmeer, Frederik Sapper, Christian Weigel und Kai Falkenstein erhielten die Medaille in Silber. In Gold ausgezeichnet wurden Michael Brendel, Kerstin Schieler, Thomas Maurer und Daniel Fritzel.

Weiterhin wurden mehrere Brandschutzehrenzeichen des Landes Hessen vergeben. Die goldene Ehrennadel für langjährige Mitgliedschaft erhielt Helmut Gubitz, der in die Alters- und Ehrenabteilung wechselt. Odo Heiskel, Philip Fischer, Jens Maurer und Stephan Lehrl sind seit mindestens 25 Jahren aktiv und durften sich über das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Silber freuen. Mit dem goldene Brandschutzehrenzeichen für mindestens 40-jährige Dienstzeit Reinhold Schmidt und Hilbert Baldt ausgezeichnet. saj

Quelle: Taunus Zeitung