Im Einsatzfall zählt jede Sekunde

Pressemeldung 30.01.2019.

Die Feuerwehr plant gemeinsam mit der Ordnungspolizei von der kommenden Woche an eine Reihe von Ortsbegehungen in den Stadtteilen. Anlass ist, dass im Stadtgebiet regelmäßig Straßen und Rettungswege zugeparkt werden. Insbesondere in den Abendstunden, in denen die Pendler nach Hause kommen, sind vor allem Straßen in den alten Ortskernen häufig so zugeparkt, dass es für Einsatzfahrzeuge im Fall der Fälle kein Durchkommen mehr gibt. „Verzögerungen während eines Einsatzes können verheerende Folgen haben, vor allem, wenn es um Menschenleben geht“, gibt der Chef der Bad Homburger Feuerwehr, Branddirektor Daniel Guischard, zu bedenken.

Bei den nun geplanten Ortsbegehungen werden kritische Stellen und Gefahrenpunkte in Augenschein genommen, die zuvor von den Verantwortlichen vor Ort (Freiwillige Feuerwehren und Ortsbeiräte) benannt wurden. „Wir wollen uns jetzt an Ort und Stelle ein Bild von der Situation machen“, so Feuerwehrchef Guischard weiter. Die Begehungen beginnen kommende Woche in der Innenstadt und erstrecken sich zu unterschiedlichen Tageszeiten bis Anfang März. Nach der Innenstadt werden auch alle anderen Stadtteile – Ober-Eschbach, Ober-Erlenbach, Gonzenheim, Dornholzhausen und Kirdorf angefahren. Guischard: „Auch dort stehen vor allem die historischen Ortskerne im Fokus.“ Als besonders problematisch nimmt man bei der Stadt das Zuparken von amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten wahr, die häufig von Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer als Parkraum missbraucht würden. Dagegen geht die Ordnungsbehörde bereits in ihren regulären Dienstzeiten konsequent vor und verstärkt in den nächsten Wochen diese Kontrollen bei den gemeinsamen Ortsbegehungen mit der Feuerwehr. Durch den gemeinsamen Einsatz erhofft man sich, mehr Einsicht und Sensibilität in der Bevölkerung zu erreichen. Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor als Ordnungsdezernentin und Branddirektor Guischard sind sich einig: „Es muss nicht immer erst etwas passieren, bevor reagiert wird. Mit diesen Fahrten können wir die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer frühzeitig darauf aufmerksam machen, wie gefährlich ihr Fehlverhalten im Ernstfall sein kann.“ Daher gilt auch bei den anstehenden Ortsbegehungen: Wer in einer Feuerwehranfahrtszone, Feuerwehraufstellflächen oder einer Feuerwehrzufahrt parkt, dessen Fahrzeug muss abgeschleppt werden – mit bekannten Folgen: Abschleppkosten, Verwarnungsgeld und bei konkreter Behinderung einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Gleiches gilt für das Zuparken von Einmündungsbereichen oder von anderen verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der Parkflächenmarkierungen, die mit Haltverbot belegt sind. Aus diesem Grund informiert die Stadtverwaltung Bad Homburg v. d. Höhe alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer vorab über die Ortsbegehungen und bittet gleichzeitig um eine dauerhafte Beachtung der Straßenverkehrsordnung. „Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass kostenpflichtige Verwarnungen allein nicht auszureichen scheinen, um eine Verhaltensänderung zu bewirken. Aus diesem Grunde wird die Stadtpolizei auch in Zukunft – im Interesse der Allgemeinheit! – sofort abschleppen lassen. Die Straßenverkehrsordnung lässt dies ausdrücklich zu“, sagt Lucia Lewalter-Schoor. Die Stadträtin spielt damit auf die Ortsbegehung in Kirdorf im vergangenen Jahr an, in deren Anschluss die Stadtpolizei für einen längeren Zeitraum die Verkehrssicherheit im Stadtteil im Auge behalten hatte. Auch Feuerwehr-Chef Daniel Guischard sieht keine Alternative zum Abschleppen, sollte eines der Einsatzfahrzeuge bei den Ortsbegehungen stecken bleiben: „Aber dafür informieren wir ja vorab die Bevölkerung.“ Was für ihn ebenfalls von großer Bedeutung ist: Erkannte Probleme, die sich nicht mit Abschleppen und Strafzetteln lösen lassen, sollen in verkehrsplanerische Konzepte der Stadt einfließen und somit für die Zukunft behoben werden. Der Bad Homburger Feuerwehrchef und die Stadträtin setzen bei den Ortsbegehungen zudem auf ein gutes Miteinander mit der Bevölkerung. Denn: „Letztlich können Falschparker im Einsatzfall, wenn jede Sekunde zählt, zu einer Gefahr für alle werden.“

Quelle: Stadt Bad Homburg vor der Höhe – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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