Technischer Defekt löste verheerendes Feuer auf dem Erlenhof aus – Hündin verhinderte Schlimmeres

Auf dem Gestüt Erlenhof hat gestern, ein Tag nach dem verheerenden Feuer, das Aufräumen begonnen. Die Familie Rothenberger steht nach wie vor unter Schock, war für Stellungnahmen persönlich nicht erreichbar. Sie hat aber auf ihrer Homepage über den „Stand der Dinge am Morgen danach“ berichtet und sich herzlich bei den rund 300 Einsatzkräften bedankt.

Es war wohl Hündin Nera, die am Donnerstagmorgen durch ihr Bellen Sanneke und Sönke Rothenberger geweckt und so noch weit Schlimmeres verhindert hat, wie die Rothenbergers auf ihrer Homepage schreiben. Ohne an sich selbst zu denken, hätten die Geschwister und ihr Onkel Marc Krause die Pferde aus dem lichterloh brennenden Stall gerettet und auf Koppeln getrieben.

Für einige der 35 Pferde war das rasche Öffnen der Boxentüren zunächst kein Wink, ins Freie zu flüchten. Sie waren in ihrer Panik nur schwer zu bewegen, dem Inferno zu entfliehen.

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Fünf Pferde starben in den Flammen auf dem Gestüt in Bad Homburg

Drei Pferde wurden verletzt, zwei waren gestern noch in kritischem Zustand. Für fünf Pferde kam jede Hilfe zu spät, „sie auch noch zu retten, wäre für die Retter noch lebensgefährlicher gewesen, als es ohnehin schon war“, sagt Bad Homburgs Feuerwehrchef Daniel Guischard und würdigt den mutigen Einsatz der Reiterfamilie als „beeindruckend“.

Pferde durch Feuer zu verlieren, ist für jeden Pferdebesitzer ein absolutes Trauma, so auch für die Rothenbergers. Dennoch wog der Verlust für sie noch schwerer. In den Flammen kamen neben „Paso Doble“, Sanneke Rothenbergers hoch erfolgreiches Junioren-Pferd, auch „Kid Gentleman“, mit dem ihr Bruder Sönke das „Einmaleins“ des Springsports gelernt hat, sowie Fayola, das Nachwuchspferd von Team-Weltmeisterin Semmieke Rothenberger, um.

Schwacher Trost für die Rothenbergers: Die im vorderen Stall stehenden Pferde sind, so ein Tierarzt, durch Rauchgas so schnell gestorben, dass sie das Verbrennen nicht mehr gespürt haben.


Riesige Rauchsäule stand über dem Gestüt Erlenhof

Daniel Guischard zeigte sich gestern über den Verlauf des Einsatzes, der von der Komplexität in die „Kategorie Taunus-Therme“ gehöre, sehr zufrieden. Er selbst war mit seinem Führungsstab und einem kleinen Löschzug als erster auf dem Gestüt: „Schon bei der Anfahrt haben wir die 100 Meter hohe Rauchsäule und das Feuer gesehen und sofort Großalarm für alle wasserführenden Fahrzeuge im Kreis und der Region auslösen lassen. Bis zu deren Eintreffen haben wir mit eigenen Kräften einen Sperrriegel gestellt, zum Schutz der an den im Vollbrand stehenden Stall angrenzenden Gebäude.“

Wie viel Wasser am Donnerstag, aber auch bei den Nachlöscharbeiten in der Nacht zum Freitag mit 15 Feuerwehrleuten verbraucht wurde, kann Guischard nicht exakt beziffern, nur so viel: „Das Großtanklöschfahrzeug der Werkfeuerwehr von Infraserv mit 25 000 Litern Wasser wurde als Zisterne eingesetzt und musste zehnmal befüllt werden. In der Zeit des Vollbrandes kamen 8000 Liter Wasser pro Minute zum Einsatz.“ Ferner wurden über einen Schlauch große Mengen Löschwasser aus einem Fischteich herangepumpt.

Laut Guischard verfügt das Gestüt über jeden erdenklichen Präventiv-Brandschutz, einschließlich Hydranten und Zisternen. Eine Zisterne habe wegen der gewaltigen Hitze zwar zunächst nicht angeschlossen werden können, „geholfen hätte es bei diesem Feuer aber auch nichts“. Die Feuerwehr hat den Einsatz, einschließlich der nächtlichen Brandwache, per Drohne dokumentiert und wird das Video der Polizei zur Verfügung stellen. Auch Feuerwehrsprecher Norbert Fischer sprach gestern von einem generalstabsmäßig abgelaufenen Einsatz. Unterstützt worden sei der durch die trotz der Dramatik unaufgeregte Mithilfe der Familien Rothenberger/Krause.

Waschmaschinen und Wäschetrockner stehen in dem Bereich, in dem das Feuer durch elektrischen Effekt ausbrach

Die Kripo teilte gestern mit, der Brand sei wohl durch einen elektrischen Defekt verursacht. Das passt zu den Erkenntnissen von Daniel Guischard. „Der Brand ist in einem Bereich rechts des Stalleingangs, dort stehen Waschmaschinen und Wäschetrockner, entstanden“, hatte er der TZ mitgeteilt. Sanneke Rothenberger, die bei der Tierrettung eine Rauchvergiftung erlitten hatte, konnte gestern das Krankenhaus verlassen. Gleiches gilt für die beiden verletzten Einsatzkräfte der Feuerwehr.

Quelle: Taunus Zeitung vom 02.03.2019

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